Coaching Kitaverpflegung

Kleines Mädchen mit Zöpfen hält Gabel in der Hand und isst Gemüse

© Thinkstock

Das Coaching unterstützt Kitas dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Kitaverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Kitas wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern West unterstützt sie dabei mit dem Coaching Kitaverpflegung.

Coaching 2018/19 in Oberbayern West

In gemeinsamen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, um die Bayerischen Leitlinien Kitaverpflegung umzusetzen – von der Gestaltung der Speisepläne nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis hin zu mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich begleiten Coaches die Einrichtungen ein Kitajahr lang vor Ort - gemäß dem Motto:
"Individuelles Coaching führt zu kreativen Lösungswegen."

AWO Kinderhort, Penzberg

AWO Kinderhort Penzberg

Kindergarten Sonnenblume, Finning

Kindergarten Sonnenblume Finning

Kinderhaus Abenteuerland, Germering

Kinderhaus Abenteuerland Germering

AWO Kindergarten Sonnenstrahl, Landsberg

AWO Kindergarten Sonnenstrahl Landsberg

Kinderkrippe St. Franziskus, Dachau

Kinderkrippe St. Franziskus Dachau

Kindergarten Mäusenest, Schamhaupten

Kindergarten Mäusenest Schamhaupten

Integrationshort, Ingolstadt

Integrationshort Ingolstadt

Kindergarten St. Michael, Pietenfeld

Kindergarten St. Michael Pietenfeld

Ansprechpartnerinnen

Gisela Schaelow
AELF Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 8a
82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141 3223-340
Fax: 08141/3223-555
E-Mail: poststelle@aelf-ff.bayern.de
Katharina Schwab
AELF Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 8a
82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141 3223-341
Fax: 08141/3223-555
E-Mail: poststelle@aelf-ff.bayern.de

Rückblick

Teilnehmende Kitas 2017/2018

Die Kitas wurden von September 2017 bis Juli 2018 von einer Ernährungsfachkraft individuell gecoacht.

Caritas Kinderkrippe Storchennest, Vierkirchen

Logo Caritas Kinderkrippe Storchennest Vierkirchen
Die Kinderkrippe Storchennest betreut 40 Kinder im Alter von 6 Monaten bis zum Übertritt in den Kindergarten, aufgeteilt auf eine Freilandgruppe und drei Gruppen im Haus. Die Einrichtung verfügt über eine eigene Küche, in der eine Hauswirtschaftskraft täglich frisch kocht. Neben dem warmen Mittagessen bereitet sie ein Frühstück und eine Nachmittagsbrotzeit zu. Dabei wird Wert auf eine schonende, kleinkindgerechte Zubereitung der Speisen und die Verwendung hochwertiger, größtenteils biologischer Lebensmittel gelegt.
Die Kinderkrippe Storchennest wünscht sich für das Coaching Tipps für die Erleichterung der Küchenabläufe, da die Verarbeitung der Rohprodukte viel Zeit in Anspruch nimmt. Zudem möchte die Einrichtung auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder eingehen und neue Anregungen in den Speiseplan einfließen lassen.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Vermehrtes Angebot von Vollkornprodukten sowie Gerichten mit fettreichem Seefisch (14-tägig)
  • Arbeitspensum verringern, gleichzeitig Arbeitsergebnis erhalten (Frischküche ohne Convenienceprodukte) sowie Stressfaktor für die Hauswirtschaftskraft mindern
Lösungswege und Ergebnisse:
Mithilfe des Speiseplan-Checks wurde das Mittagsangebot nach Vorgaben der DGE optimiert. Vollkornprodukte schmecken den Krippenkindern in Form von Kochdinkel, Naturreis oder als Dinkelvollkornmehlanteil in selbst hergestellten Teigwaren wie Spätzle oder Pfannkuchen. An fettreichem Seefisch ist in der Krippe wegen Verschluckungsgefahr der Gräten ausschließlich der Lachs (Gräten leicht erkennbar und groß), den die Kinder als Lachs-Lasagne gerne essen.
Um die Arbeitsbelastung der engagierten Hauswirtschaftskraft in der vorgegebenen Stundenkapazität etwas abzumindern, aber weiterhin so viel wie möglich selbst frisch herzustellen und zu kochen, wird nach einer Hilfskraft zur Unterstützung gesucht. Da aufgrund formaler Voraussetzungen keine Praktikantin einer Berufsfachschule für Hauswirtschaft aus München beschäftigt werden kann, müssen Alternativen gefunden werden.
Mit der neu angeschafften Küchenmaschine lassen sich Hobel- und Raspelarbeiten von Obst und Gemüse effizienter gestalten (z. B. für Kartoffelrösti, Apfelstrudel,...). Auch an der Öffentlichkeitsarbeit wurde gearbeitet, um den Eltern den hohen Standard der Verpflegung in der Kinderkrippe zu zeigen/transparent zu machen. Dafür haben Vertreter des Elternbeirats und die Hauswirtschaftskraft das Verpflegungskonzept, das Coaching und die Lebensmittellieferanten beim Tag der offenen Tür und beim Elternabend vorgestellt.
"Ich war überwältigt, wie groß das Interesse am Elternabend zum Thema Verpflegung war. Das Feedback der Eltern war sehr gut!", Köchin und Verpflegungsbeauftragte.

AWO Kinderhaus Spatzennest, Dachau

AWO Kinderhaus Spatzennest Dachau
Das AWO Kinderhaus Spatzennest in Dachau betreut 104 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zur Schulreife. Die 26 Krippen- und 78 Kindergartenkinder des Kinderhaus erhalten täglich ein warmes Mittagessen, das aus der Kindermenü-Linie eines regionalen Caterers angeboten wird.
Gemeinsam mit den Kindergartenkindern treffen die Erzieher die Speisenauswahl für die jeweilige Woche, in der Krippe werden die Speisen durch das Betreuungspersonal ausgesucht.
Mit Hilfe des Coachings möchte das Kinderhaus mit dem Caterer den Speiseplan so verbessern, dass die unterschiedlichen Altersstufen optimal versorgt und abwechslungsreiche Speisenkomponenten besser auf das Alter der Kinder abgestimmt werden.
Optisch ansprechende, schmackhafte und altersentsprechend gewürzte Speisen sollen die Sinne der Kinder anregen und die familiäre Atmosphäre beim Essen bereichern und abrunden.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE durch den Caterer:
    Vermehrtes Angebot von Gerichten mit nachhaltig gefangenem, fettreichem Seefisch trotz höherer Preise
  • Anpassen des Speiseplans an Alter und Fertigkeiten der Kinder: Sowohl bei der Auswahl der Speisekomponenten durch die Kita als auch bei der kindgerechten Zubereitung des Caterers
  • Einbinden der Kinder in die Tischkultur: Tischdeckdienste und selbst schöpfen
  • Kommunikation zwischen Einrichtung und Caterer durch geregeltes Feedbacksystem verbessern
Das Mittagessen im Kinderhaus SpatzennestZoombild vorhanden

© AWO Kinderhaus Spatzennest

Lösungswege und Ergebnisse
Die Einrichtung und der Speisenanbieter arbeiten nach Besuch des Workshops "Speiseplan-Check" gemeinsam an der Optimierung: Der Caterer, der während des Coaching-Jahres auch mit der DGE-FitKid-Zertifizierung ausgezeichnet wurde, bietet jeden Tag zwei verschiedene Hauptgerichte, einen Salat, eine Suppe, ein Gemüse und ein Dessert zur freien Zusammenstellung an, wobei die DGE-Empfehlung symbolisch gekennzeichnet ist. Die Kita achtet bei der Bestellung fortan auf den Menüvorschlag des Speisenanbieters und gibt am Ende der Woche konstruktives Feedback zu Portionsgrößen, Akzeptanz der Kinder, Würzung, Geschmack oder Aussehen der Speisen.
Bei der pädagogischen Betreuung der Mahlzeiten möchte das Kinderhaus die Kinder stärker in die Situation einbinden und sie mehr an Tischdiensten beteiligen. Partizipation soll auch während des Essens gelebt werden: Die Kinder sollen sich innerhalb der Tischgemeinschaften selbst aus einer großen Schüssel auf ihren eigenen Teller schöpfen dürfen. So entfällt das Abholen der Speisen an der "Ausgabe" und die Erzieherinnen haben gleichzeitig die Möglichkeit, sich gemeinsam mit den Kindern an den Tisch zu setzen und den sog. Pädagogischen Happen einzunehmen. Die Essenssituation ist somit ruhiger und zugleich familiärer, weil die Pädagogen am Tisch auf Tischtischregeln und -kultur achten können. Die Leitgedanken, die hinter dem Verpflegungskonzept stehen, wurden schriftlich festgehalten und in der pädagogischen Konzeption verankert.
"Das wöchentliche Feedback des Kinderhauses zum Speiseplan ist Gold wert", Küchenleiter.
"Das Coaching hat uns hilfreichen Input gegeben. Wir schauen bei der Speisebestellung jetzt genauer hin", Verpflegungsbeauftragte.
"Die Zusammenarbeit mit dem Speisenanbieter wurde intensiviert. Das ist uns gut gelungen", Kinderhausleitung.

Kindertagesstätte St. Ludwig, Karlshuld

Kindertagesstaette St. Ludwig Karlshuld
Die Kindertagesstätte St. Ludwig in Karlshuld besteht aus sieben Kindergarten-, sechs Krippen- und zwei Hortgruppen, die sich auf vier Häuser verteilen.
Die Speisen werden von einem Anbieter, der eine spezielle kindgerechte Linie bietet, tiefgekühlt angeliefert. Für die tägliche Mittagsverpflegung werden die Gerichte von Küchenkräften in einer kleinen Verteilerküche auf den Punkt ihres Bedarfs genau regeneriert und zu den jeweiligen Essenszeiten in die verschiedenen Häuser gebracht. Zusätzlich wird eine Ganztagsklasse der benachbarten Schule beliefert, sodass täglich ca. 230 Essen ausgegeben werden. Da die kleine Verteilerküche ursprünglich nur für sechs Krippengruppen ausgelegt war, ist diese an der oberen Grenze ihrer Kapazität. Abhilfe soll ab Ende 2018 ein Neubau mit Erweiterung der Kita und voll ausgestatteter Küche schaffen.
Als Ziel des Coachings möchte die Kita ihren Speiseplan unter Beachtung der Qualitätsstandards der DGE ausgewogen und gesund gestalten. Durch den Umzug in eine, der Essenszahl entsprechende Küche werden weitere Vorhaben umsetzbar, wie zum Beispiel getrennte Speisepläne für Kindergarten, Krippe und Hort, die speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Altersstufe angepasst sind.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Einbauen von Gerichten mit fettreichem Seefisch 14-tägig, mehr Gerichte mit Vollkornprodukten; anfangs auch durch Mischen von Weißmehl- und Vollkornprodukten
  • Versorgung der Kinder mit frischen Produkten bei alleiniger TK-Verpflegung im Rahmen der zurzeit sehr begrenzten Möglichkeiten der Verteilerküche
Infotafel

Infotafel zur Verpflegung im Eingangsbereich

Lösungswege und Ergebnisse
Nach dem Besuch des Workshops Speiseplan-Check durch die Verpflegungsbeauftragte und die Küchenkräfte wurde der Speiseplan auf einen vereinfachten, rotierenden 8-Wochenplan umgestellt und Stück für Stück nach den Empfehlungen der DGE optimiert. Dazu gehört zum aktuellen Zeitpunkt die Einführung von Speisen mit fettreichem Seefisch, der den Kindern in Form von Lachs mit Soße oder Fischnockerl serviert wird, sowie Vollkornprodukte wie Naturreis oder Vollkornnudeln, Obst und Gemüse-Smoothies.
Langfristig gesehen soll auch die Vorgabe für Rohkost erreicht werden. Aufgrund der beschränkten räumlichen und zeitlichen Kapazitäten wird dies erst nach Fertigstellung des neuen Erweiterungsbaus der Kindertagesstätte in der neuen Verteilerküche der Fall sein.
Dem Träger, der Gemeinde Karlshuld, ist es wichtig, die Kinder in Kindertagesstätte (Krippe, Kindergarten und Hort) und benachbarter Schule mit gesundheitsförderlichen, qualitativ hochwertigen Speisen zu versorgen. Um diesen Qualitätsanspruch einzuhalten, setzt die Gemeinde entsprechend ihrer Möglichkeiten auf die Verpflegung mit Tiefkühl-Menükomponenten und kann so eine größtmögliche Flexibilität im Hinblick auf punktgenaue Produktion ohne lange Standzeiten und genaue Kalkulation der Mengen zur Minimierung von Lebensmittelabfällen gewährleisten.
Durch Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit können sich alle Beteiligten selbst ein Bild von der Qualität der Speisen machen. Auch der Hersteller der TK-Menüs steht in enger Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte. Analog zur pädagogischen Konzeption wurde ein Verpflegungsleitbild erstellt, das die organisatorische und pädagogische Gestaltung der Mittagsverpflegung als Bildungsort beschreibt.
"Ich fand es gut, dass wir als Eltern mitwirken durften und viele unserer Anregungen umgesetzt wurden", Elternvertreterin.
"Wir konnten viel aus dem Coaching mitnehmen. Ich glaube, dass wir auch in Zukunft noch lange davon profitieren können", Verpflegungsbeauftragte.
"Das Coaching war positiv für die Kommunikation, den Austausch und war eine qualitative Aufwertung der Verpflegung", Träger.
"Eine gesunde Ernährung von klein auf ist ein wichtiger Grundstein für ein langes und gesundes Leben", Träger.

Städtische Kita Mariengarten, Ingolstadt

Logo Kita Mariengarten Ingolstadt
Die städtische Kita Mariengarten in Ingolstadt bietet Platz für ca. 50 Krippen- und 85 Kindergartenkinder, aufgeteilt auf jeweils 4 Gruppen. Ein Speisenanbieter liefert kindgerecht zubereitete, tiefgekühlte Speisen, die von den Küchenkräften der Kita aufbereitet und täglich durch frische Komponenten wie Rohkost, Salat, Obst und Milchprodukte ergänzt werden. Nach Vorgabe des Trägers, der Stadt Ingolstadt, wird bei den Zutaten großer Wert auf hochwertige Produkte und einen Bioanteil von mindestens 50 Prozent gelegt. Den Kindergartenkindern stehen eigens dafür eingerichtete Speiseräume zur Verfügung.
Während des Coachings Kitaverpflegung möchte die Kita ihr Verpflegungsangebot optimieren. Dazu gehören die Gestaltung des Speiseplans nach den Vorgaben der DGE, das Berücksichtigen der unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und mehr Transparenz zum Thema Mittagsverpflegung für die Eltern. Zudem sollen die ökonomischen Aspekte der Mittagsverpflegung betrachtet werden.

Herausforderungen

  • Optimierung des Speiseplans durch Ergänzen von Gerichten mit fettreichem Seefisch und Erhöhen der Häufigkeit für Gerichte mit Vollkornprodukten
  • Erhöhung der Vielfalt bei Rohkostkomponenten in Form von Salaten, Rohkost- und Obstvariationen
  • Erhöhung der Wertschätzung für die Verpflegungsleistung durch Elternabende mit dem Speisenanbieter
  • Mehr Preis- und Qualitätstransparenz für Eltern und Träger
Drei Kinder vor EssensausgabeZoombild vorhanden

© Rössle/Stadt Ingolstadt

Lösungswege und Ergebnisse
Nachdem das Essensgremium, bestehend aus Einrichtungsleitung, Träger- und Elternvertreterin, am Workshop Speiseplan-Check teilgenommen haben, wurde ein rotierender 12-Wochenplan erstellt. Durch das neu eingeführte Angebot an fettreichem Seefisch (z. B. als Lachs in Soße, Spinat-Lachs-Nudeln), Vollkornprodukten (z. B. Vollkornbrötchen, Naturreis und Vollkornnudeln) und die Ergänzung durch frische Obst- und Gemüsevariationen werden die Empfehlungen der DGE vollständig erfüllt. Dabei achtet die Kita gemäß den Vorgaben des Trägers darauf, mindestens 50 % der Lebensmittel in Bio-Qualität zu beziehen.
Als städtische Einrichtung möchte das Essensgremium im Coaching Kitaverpflegung zeigen, wie gut sich die Verpflegung mit einem Tiefkühlsystem mit qualitativ hochwertigen, akzeptierten und gesunden Speisen umsetzen lässt und damit ein Vorbild für die weiteren Einrichtungen des Trägers sein.
Deutlich wird dieser Qualitätsanspruch auch bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die neu gestaltete Homepage beinhaltet die organisatorischen Rahmenbedingungen der Mahlzeiten und das pädagogische Verpflegungsleitbild der Stadt, beim Tag der offenen Tür stellte die städtische Kita Mariengarten ihr Verpflegungskonzept vor, "neuen" Eltern wird dieses bei einem Elternabend mit Probeessen näher gebracht und in der örtlichen Presse erschienen mehrere Artikel über die Erfolge des Coachings Kitaverpflegung.
Vier Kinderhände legen ausgeschnittene Smileys abZoombild vorhanden

© Städt. Kita Mariengarten

Um auch die Kinder an den Prozessen teilhaben zu lassen, dürfen diese jede Speise(-nkomponente) mit Smileys bewerten. So lassen sich die Lieblingsgerichte der Kinder schnell identifizieren und sich der Speiseplan entsprechend anpassen.
Fotografien der neu eingeführten Rohkost- und Obstvariationen ergänzen den bebilderten Speiseplan der warmen Hauptgerichte.
"Durch den Speiseplan-Check Workshop geht man mit einem geschulten Auge an die Essensplanung heran. Das Essensgremium war eine gute Gruppe, weil jeder Bereich vertreten war", Kita-Leitung und Verpflegungsbeauftragte.
"Es ist schön, dass man bei Fragen immer einen kompetenten Ansprechpartner hat", Träger.

Kindergarten Zick-Zack, Puchheim

Logo ZickZack Puchheim
Der Kindergarten ZickZack des Puchheimer Kinderreich e.V. eröffnete im Januar 2016. Er ist nach einem offenen Konzept gestaltet: Allen Räumen ist eine bestimmte Funktion zugeordnet – so auch dem eigenen Kinderbistro mit angeschlossener Küche und großer Durchreiche. Das Essen liefert eine Schulmensa warm an. Der Kindergarten bietet Platz für 65 Kinder, mehr als die Hälfte davon mit Migrationshintergrund. Deshalb ist es dem Träger wichtig, ein Verpflegungskonzept zu entwickeln, das auf die vielfältige Esskultur der Kinder und Familien abgestimmt ist. Zudem ist dem Kindergarten bewusst, dass die Verpflegung der Kinder neben dem Versorgungsauftrag einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllt.
Der Kindergarten möchte im Rahmen des Coachings den Speiseplan der Mittagsverpflegung gemeinsam mit dem Caterer optimieren und die Organisation der Abläufe im Kinderbistro verbessern. Daneben fasst die Einrichtung eine Ausweitung des Frühstücksangebots von derzeit einem Tag auf fünf Tage in der Woche ins Auge.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE durch den Caterer:
    Vermehrtes Angebot von Vollkornprodukten sowie Gerichten mit nachhaltig gefangenem, fettreichem Seefisch trotz höherer Preise
  • Erhöhung des Gemüse- und Rohkostanteils durch tägliche Gemüsekomponente im Speiseplan
  • Anpassung des Verpflegungskonzepts an die kulturelle Vielfalt der Kinder
  • Verbesserung der Frühstückssituation um eine ausgewogene und gesundheitsförderliche Verpflegung der Kinder sicher zu stellen
Lösungswege und Ergebnisse
Eine harmonische und befruchtende Zusammenarbeit mit dem Speisenanbieter bildet die Basis, um den Kindern die Vielfalt an Lebensmitteln näher zu bringen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen der DGE arbeitet der Caterer die Verbesserungen zu Fisch, Gemüse und Vollkorn in den Speiseplan ein. Die vier saisonalen 6-Wochenpläne, die zweimal pro Jahreszeit rotieren, beinhalten sowohl altbekannte als auch bunte neue Gerichte. Dabei ist sofort erkennbar, dass bei der Speisenplanung großen Wert auf regionale Lebensmittel und deren frische Verarbeitung gelegt wird.
Nicht nur hinsichtlich der kulturellen Vielfalt der Kinder ist Akzeptanz ein zentrales Thema im Kindergarten. Auch beim Essen wird verstärkt darauf Wert gelegt, dass die Kinder auch neue, unbekannte Speisen probieren und sich so Stück für Stück an die Geschmäcker gewöhnen. Auch die Vollkornnudeln werden nun mit Begeisterung von den Kindern gegessen.
Um dieses schlüssige Gesamtkonzept festzuhalten, ist der Kindergarten gerade dabei, ein Verpflegungsleitbild auszuarbeiten, das die Wichtigkeit gemeinsam eingenommener Mahlzeiten als pädagogisch wertvolle Zeit für jegliche Bildungsbereiche verdeutlicht.
Neben dem Mittagessen bestand auch beim Frühstück, das die Kinder bisher als Brotzeit von Zuhause mitgebracht haben, Handlungsbedarf. Ab Juli 2018 wird jeden Tag ein ausgewogenes und gesundheitsförderliches Frühstück in der Einrichtung angeboten, das abwechselnd von Kindergarten und Speisenanbieter zubereitet wird.
Küchenleiter: "Durch die intensive Zusammenarbeit wurden uns die Augen für die andere Seite geöffnet. Wir als Küche werden weiterhin daran arbeiten, die Qualität der Speisen zu verbessern, weil wir immer Luft nach oben sehen."
"Wir sind im Essensgremium näher zusammengerückt. Die Ernährung stellt im Kindergarten insgesamt ein größeres Thema dar, als wir bei der Eröffnung angenommen haben", Verpflegungsbeauftragte.
"Durch das Coaching sind wir ein großes Stück weiter gekommen", Kindergartenleitung.

Haus für Kinder Arche Noah, Petershausen

Bild Evang.-Luth. Haus für Kinder Arche Noah Petershausen
Das Evang.-Luth. Haus für Kinder Arche Noah Petershausen bietet Platz für 100 Kindergarten- und 50 Hortkinder. In der hausinternen Küche wird bereits seit 20 Jahren frisch gekocht. Eine Köchin verpflegt die ca. 90 Essensteilnehmer., sie übernimmt von der Speisenplanung über den Einkauf bis hin zur Zubereitung alle Aufgaben. Ein Speisenangebot nach dem Motto "Lecker! Vitaminreich! Bezahlbar!" ist der Einrichtung sehr wichtig.
Ziel des Coachings ist, den Speiseplan weiter zu verbessern. Augenmerk möchte die Einrichtung auf die Akzeptanz gesunder Speisen sowie abwechslungsreiche Gerichten, die ins Arbeitspensum der Köchin passen, legen.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Mehr Vollkornprodukte; bessere Akzeptanz durch stückweises Erweitern des Vollkornanteils bei der Mischung mit weißen Nudeln im Laufe des Kindergartenjahrs
  • Optimierung der Einkaufsorganisation
  • Einbindung der Kinder im Rahmen von Tischdiensten und pädagogischen Aktionen zum Thema Ernährung
Lösungswege und Ergebnisse
Nach erfolgtem Speiseplan-Check hat die Köchin des Haus für Kinder den Speiseplan optimiert. Vollkornprodukte werden in Form von Vollkornnudeln, Vollkornbrot oder Haferflocken angeboten. Alle zwei Wochen gibt es fettreichen Seefisch, z. B. als Lachsnudeln.
Um die Partizipation der Kinder zu fördern, wurden im ersten Schritt kindgerechte Wasserkrüge angeschafft. Daraus kann sich jedes Kind selbst Wasser in das Glas einschenken. Auch die Speisen sollen sich die Kinder in Zukunft innerhalb der Tischgemeinschaft selbst aus Schüsseln schöpfen dürfen. Dafür ist die Anschaffung von großen Schüsseln notwendig.
Zudem werden die Kinder mehr in Tischdienste, wie zum Beispiel Tischdecken, eingebunden. Mit allen Sinnen erlebbar wurde das Mittagessen durch einen Thementisch, auf dem alle Zutaten und Lebensmittel für ein Gericht aufgebaut waren. Wo die Lebensmittel her kommen, lernen die Kinder der Arche Noah auch. Die Einrichtung bewirtschaftet Gemüsekulturen und hat dieses Projekt um zwei neue Hochbeete ausgebaut.
Um diese vielfältige Arbeit mit den Kindern transparent zu machen, wird das Verpflegungsleitbild in der pädagogischen Konzeption festgehalten.
Ein Lieferservice, der den Einkauf der Einrichtung erleichtert, konnte noch nicht gefunden werden. Die Einrichtung testet jedoch weitere Möglichkeiten, die das Personal entlasten sollen.
"Wir haben uns bei Ihnen gut aufgehoben gefühlt und haben das Coaching auch schon an benachbarte Einrichtungen weiterempfohlen!", Verpflegungsbeauftragte.
"Es ist immer gut, wenn man neue Impulse bekommt und sich dadurch verbessern kann", Köchin.