Coaching Kitaverpflegung

Kleines Mädchen mit Zöpfen hält Gabel in der Hand und isst Gemüse

© Thinkstock

Das Coaching unterstützt Kitas dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Kitaverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Kitas wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern West unterstützt sie dabei mit dem Coaching Kitaverpflegung.

Coaching 2018/19 in Oberbayern West

In gemeinsamen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, um die Bayerischen Leitlinien Kitaverpflegung umzusetzen – von der Gestaltung der Speisepläne nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis hin zu mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich begleiten Coaches die Einrichtungen ein Kitajahr lang vor Ort - gemäß dem Motto:
"Individuelles Coaching führt zu kreativen Lösungswegen."

AWO Kinderhort, Penzberg

Außenansicht Kinderhort Penzberg
AWO Kinderhort Penzberg
Der AWO Kinderhort Penzberg versteht sich als familienergänzende und -unterstützende Institution, die die Kinder bei der Entwicklung zu eigenständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten begleitet. Im Schuljahr 2018/19 besuchen 145 Kinder aus der 1. bis zur 4. Klasse in 6 Gruppen die Einrichtung. Um 13 Uhr wird gemeinsam gegessen, das Mittagessen bereiten zwei Köchinnen in der eigenen Küche täglich frisch zu.

Herausforderung und Ziele

  • Ein Verpflegungsleitbild als Teil der Konzeption soll erstellt werden.
  • Der Kinderhort möchte den Speiseplan noch abwechslungsreicher gestalten und nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung optimieren.
  • Die Kinder sollen auf neue und unbekanntere Speisen neugierig gemacht werden. Hierzu bietet die Küche neue Gerichte in kleinen Probiermengen an, das pädagogische Personal erfasst die Akzeptanz.
  • Alle Beteiligten wollen das Wegwerfen von Lebensmitteln weiter reduzieren. Wichtig ist hierfür eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Lösungswege und Ergebnisse

  • Der Speiseplan erfüllt jetzt überwiegend die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Es gibt weniger Fleisch und dafür jeden Tag Gemüse, das als Rohkost besser angenommen wird als gekocht.
  • Neue Gerichte zum Kennenlernen bieten die Köchinnen immer wieder als Probierportionen oder als Beigabe zum Salatbüffet an. So kann die Akzeptanz der Speisen bei den Kindern getestet werden. Neue Gemüsesorten, neue Zubereitungsarten oder Kartoffeln mit einer neuen Soße werden so eingeführt. Wenn sie bei den Kindern ankommen, werden sie in den Speiseplan integriert.
  • Die Köchinnen bekommen vom pädagogischen Personal regelmäßige Rückmeldung zur Akzeptanz. Auch die Kinder können den Köchinnen direkt ihr Feedback geben, sie erleben, dass ihr Feedback umgesetzt wird und sehen, wer für sie kocht. Die Küche im Hort wird so zum erlebbaren Raum.
  • Im März hat die sehr erfolgreiche Aktionswoche „Wir bereisen Europa“ stattgefunden. Die Kinder lernten neue Gerichte kennen und manche Gruppen haben sich auch in der pädagogischen Arbeit mit dem Thema Europa beschäftigt. Gerichte, die gut ankamen wie z.B. Köttbullar, werden in den regulären Speiseplan übernommen. Zum Ende des Schuljahres ist noch eine „Weltreise“ geplant.
  • Es ist gelungen, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel weiter zu reduzieren. Insbesondere die Meldung der fehlenden Kinder an die Küche vor Beginn der Essensverteilung gelingt jetzt besser.
  • Ein Verpflegungskonzept als Teil der Konzeption ist fertig und wird gerade vom Träger geprüft.
"Die Situation wurde wertfrei betrachtet und es wurde mit den Gegebenheiten vor Ort gearbeitet. Die Anforderungen und Ziele waren realistisch, die Anleitung wertschätzend."
Essensgremium
"Durch das Coaching sind wir mehr mit den Eltern über das Essen ins Gespräch gekommen."
Frau Beyer, Hortleitung
"Das Coaching hat uns weitergebracht und der Aufwand war überschaubar."
Frau Götz, Küchenleitung

Kindergarten Sonnenblume, Finning

Außenansicht Gebäude Kindergarten Sonnenblume Finning
Kindergarten Sonnenblume Finning
Der im September 2018 bezogene Kindergarten Sonnenblume beherbergt drei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe mit insgesamt 87 Kindern. Im Zuge des Neubaus hat die Einrichtung auch eine eigene Küche mit angeschlossenem Speiseraum bekommen, in der täglich bis zu 78 Kinder bekocht werden.
Da der Wechsel von Warmverpflegung durch einen externen Speisenanbieter zur hausinternen Frischeküche intensiv geplant und vorbereitet wurde, geht es im Coaching darum, Feinheiten abzustimmen.

Herausforderungen und Ziele

  • Durch die kurzen Wege im Haus kann das Küchenteam flexibler auf Wünsche des Kindergartens eingehen und möchte hierdurch die Qualität der Mittagsverpflegung steigern.
  • Das Küchenpersonal möchte außerdem Küchenabläufe und Wareneinsatz optimieren und mehr Routine für die Mengenverhältnisse in der Gemeinschaftsverpflegung gewinnen, da die Essenszahlen voraussichtlich weiter steigen werden.
  • Um die Vorgaben des Trägers zu erfüllen, muss sich das Projekt „Frischeküche“ auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen. Dazu gehört auch, die Arbeit, die der Kindergarten Sonnenblume in die Mittagsverpflegung steckt, nach außen transparent zu machen.

Lösungswege und Ergebnisse

  • In der 6-monatigen Probezeit konnte die Einrichtung beweisen, dass die Frischküche nicht nur den Geschmack der Kinder trifft, die Vorgaben zur gesunden Kinderernährung erfüllt und zu einem wesentlichen Bestandteil des Kindergartens geworden ist, sondern auch zeigen, dass Selbstkochen wirtschaftlich machbar ist.
  • Die Zufriedenheit der Eltern spiegelt sich sowohl in der Elternbefragung wider, als auch in den steigenden Essenszahlen, die sogar anfängliche Annahmen übersteigen.
  • Auch der Träger ist von der Umsetzung und der Tragbarkeit der Frischküche überzeugt und unterstützt die Anschaffung von wichtigen Küchengeräten wie Küchenmaschine und Kühltruhe.
  • Das Erfolgsrezept des Kindergartens ist die enge Zusammenarbeit von Leitung, hauswirtschaftlichem und pädagogischem Personal, welche die Qualität ihrer Arbeit in regelmäßigen Treffen reflektieren und verbessern.

AWO Kindergarten Sonnenstrahl, Landsberg

Außenansicht Gebäude AWO Kindergarten Sonnenstrahl Landsberg am Lech
AWO Kindergarten Sonnenstrahl Landsberg
Der AWO Kindergarten Sonnenstrahl in Landsberg am Lech bietet Plätze für 90 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Zur Verpflegung der 72 Kinder, die über Mittag bleiben, wird der Kindergarten von einem regionalen Speisenanbieter, der sich auf kindgerechtes Catering spezialisiert hat, mit warmen Speisen beliefert.

Herausforderungen und Ziele

  • Seit 2017 gibt es die Vollverpflegung im Kindergarten Sonnenstrahl. Nicht nur die Mittagsmahlzeit, sondern auch die beiden Zwischenmahlzeiten am Vormittag und Nachmittag stellt die Einrichtung bereit.
  • Die Mittagsverpflegung wird mittels Speiseplan-Check überprüft und anhand der Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung optimiert.
  • Durch Wechsel an pädagogischen Kräften gab es bisher unterschiedliche Vorgehensweisen bezüglich der Abläufe beim Mittagessen, der Tischkultur, -regeln und -rituale. Die pädagogische Begleitung der Mahlzeiten soll deshalb analog zu den Qualitätsanforderungen der Speisen auf einen einheitlichen Standard gebracht werden.

Lösungswege und Ergebnisse

  • Qualität ist dem Kindergarten sowohl in der pädagogischen Arbeit als auch bei der Verpflegung sehr wichtig. So hat das Team ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Einrichtung entwickelt:
  • Partizipation spielt eine große Rolle. Die Kinder dürfen sich aktiv in die Prozesse rund um die Ernährung einbringen: Sie helfen die Tische zu decken, nehmen sich die Speisen selbst auf ihren Teller, räumen die Tische ab und malen einen eigenen, aktuellen Speiseplan - von Kindern für Kinder.
  • Ein Qualitätsstandard für die pädagogische Gestaltung der Mahlzeiten wird gemeinsam für den Kindergarten erarbeitet und in einem Verpflegungsleitbild festgehalten.
  • Um die Zwischenmahlzeiten nachhaltiger zu gestalten, achtet der Kindergarten beim Einkauf auf regionale und verpackungsarme Lebensmittel – möglichst naturbelassen, saisonal und teilweise in Bio-Qualität. Der neue Brotzeitplan sorgt für Abwechslung am Frühstückstisch.
"Wir haben uns beim Coaching sehr gut aufgehoben gefühlt und Antworten auf wichtige Fragen erhalten. Beim Personal hat sich das Bewusstsein für Ernährung, Nachhaltigkeit und den Speiseplan weiterentwickelt und die Wertschätzung für Lebensmittel erhöht. Wir sind nun sicherer geworden im Umgang mit diesen Themen und können diese Qualität auch gegenüber den Eltern gut repräsentieren."
Kindergartenleitung

Kinderkrippe St. Franziskus, Dachau

Außenansicht Gebäude Kinderkrippe St. Franziskus Dachau
Kinderkrippe St. Franziskus Dachau
Die integrative Kinderkrippe bietet in sechs Regelgruppen Platz für 78 Kinder von ein bis drei Jahren. Träger ist das Franziskuswerk Schönbrunn.
Als Verpflegungssystem hat sich die Zusammenarbeit mit einem großen Speisenanbieter für Tiefkühlverpflegung etabliert. Dabei werden die tiefgekühlten Menükomponenten in der eigenen Küche erwärmt und gegebenenfalls mit frischen Lebensmitteln, wie Obst und Gemüserohkost ergänzt. In der Küche der Einrichtung sind dafür eine Hauswirtschafterin und zwei Hauswirtschaftshilfen aus der Werkstatt für Behinderte/Wiedereingliederung des Trägers beschäftigt.

Herausforderungen und Ziele

  • In der Kinderkrippe St. Franziskus nimmt die Partizipation der Kinder einen hohen Stellenwert ein. Sie soll durch die Beteiligung der Kleinkinder bei der Mittagsmahlzeit noch weiter ausgebaut werden.
  • Die Einrichtung möchte ihren Speiseplan hinsichtlich ernährungswissenschaftlicher Kriterien überprüfen. Die Qualitätsanforderungen sollen den Eltern gegenüber transparent gemacht werden, damit sie aktiv in die Umsetzung einbezogen werden können.

Lösungswege und Ergebnisse

  • Um den Eltern der Kleinkinder einen umfassenden Einblick in die Verpflegung in der Kinderkrippe zu geben, treffen sich sieben engagierte Vertreterinnen regelmäßig in einem Elterngremium, um an der Verpflegung in der Einrichtung zu arbeiten.
  • Als weiterer Kommunikationskanal wurde eine eigene Pinnwand eingeräumt und mit dem 4-Wochenspeiseplan, einer Ernährungspyramide und Informationen zum Coaching befüllt.
  • Seit Anfang des Jahres gilt der neue Speiseplan in Form zweier 4-Wochenpläne, die jeweils im Sommer und Winterhalbjahr rotieren. Saisonal angepasst werden so der Geschmack der Kinder und das Bedürfnis nach gesunder Ernährung erfüllt.
  • Da der Einrichtung sowohl aus gesundheitlicher als auch aus ökologischer Sicht eine hohe Lebensmittelqualität wichtig ist, wird der Fisch ausschließlich in MSC-Qualität angeboten und auf Putenfleisch wegen langer Transportwege verzichtet. Stattdessen wird Hühner- und Rindfleisch – vorwiegend in Bio-Qualität – bezogen.
  • Um die Mahlzeiten pädagogisch wertvoll zu gestalten, schafft die Kinderkrippe Glasschüsseln zur Selbstbedienung an den Tischen an, damit sich die Kinder ihre Portion selbst auf den Teller schöpfen können. Außerdem wird verstärkt auf die Vorbildrolle des pädagogischen Personals geachtet.
  • Als Verpflegungsleitbild werden die Abläufe und Werte verschriftlicht und die Konzeption der Krippe eingebunden.
"Sowohl die enge Zusammenarbeit mit dem Coach als persönlicher Ansprechpartner und die Termine in der Einrichtung als auch die gemeinsamen Veranstaltungen und der Austausch mit anderen Einrichtungen waren hilfreich für die Umsetzung. Aber auch in der Einrichtung standen alle beteiligten Personen in einem intensiven Kontakt. Die Eltern haben sich ganz besonders engagiert. Ich kann das Coaching allen Kitas weiterempfehlen. Es hilft dabei, die eigene Arbeit und die Essenssituation zu reflektieren und neue Ziele zu erreichen."
Verpflegungsbeauftragte

Kindergarten Mäusenest, Schamhaupten

Logo und Schriftzug Kindergarten Mäusenest
Kindergarten Mäusenest Schamhaupten
Der Kindergarten Mäusenest bietet Platz für circa 125 Kinder ab dem ersten Lebensjahr und befindet sich im östlichen Landkreis Eichstätt in der Gemeinde Altmannstein, Ortsteil Schamhaupten. Die Kinder werden von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen in zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen betreut.
Seit September 2017 beliefert eine Gaststätte die Einrichtung, die mittlerweile zusätzlich zwei weitere Kindergärten und eine Schule in der ländlichen Umgebung versorgt. Der Kindergarten möchte seine Mittagssituation insgesamt verbessern.

Herausforderungen und Ziele

  • Optimierung des Speiseplans nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und kindgerechte Zubereitung der Speisen
  • Einbindung des Mittagessens in die pädagogische Arbeit der Einrichtung
  • Engere Kommunikation zwischen Speisenanbieter und Kindergarten.

Lösungswege und Ergebnisse

  • Damit die Kinder in Ruhe und mit Genuss zu Mittag essen können, wurde die Essenssituation grundlegend umgestellt:
    • Die Kinder schöpfen sich selbst die Speisen auf ihren Teller und lernen dabei, ihren Hunger und die richtige Portionsgröße einzuschätzen.
    • Die Erzieherinnen, die das Mittagessen betreuen, sitzen mit den Kindern am Tisch und dienen als Vorbild, indem sie mitessen und Tischgespräche anregen.
    • Die Kinder übernehmen Verantwortung und helfen beim Tischdecken und Geschirrabräumen.
  • Die regelmäßigen Treffen von Kindergarten und Speisenanbieter sowie das wöchentliche Feedback zum Speiseplan verstärkt die Zusammenarbeit zwischen den beiden Akteuren.
  • Der Speiseplan wurde an die Empfehlungen der DGE mit Fokus auf mehr vegetarische Gerichten, Vollkornprodukte und einer täglichen Gemüseportion angepasst. Um die Kinder nicht mit einem zu breiten Angebot zu überfordern, ist ein 2-Gänge-Menü eine gute Lösung. Dieses wird durch frisches Obst und Gemüserohkost ergänzt.
"Es war gut, dass jemand von außen einen Blick auf unsere Essenssituation geworfen hat."
Verpflegungsbeauftragte
"Der erste Vor-Ort-Termin, bei dem der Coach bei der Mittagessenssituation dabei war, hat uns den Anstoß gegeben. Die Ideen haben aus uns gesprudelt! Für uns hat sich die Teilnahme am Coaching auf jeden Fall gelohnt."
Verpflegungsbeauftragte
"Den Kindern macht das Essen mehr Spaß und ihnen schmeckt es besser. Auch beim Essen Zuhause merkt man einen Unterschied. Die Kinder sind selbstständiger."
Elternvertreterin
"Wir möchten die Änderungen im Speiseplan auf jeden Fall beibehalten und uns auch in Zukunft im Essensgremium regelmäßig austauschen."
Speisenanbieter

Integrationshort, Ingolstadt

Logo und Schriftzug Pädagogisches Zentrum
Integrationshort Ingolstadt
Der Integrationshort an der Montessorischule gehört zum Pädagogischen Zentrum Ingolstadt. Nach Schulschluss und in den Ferien ganztägig werden rund 140 Kinder und Jugendliche, aufgeteilt auf 7 Gruppen, betreut. Gemäß der Pädagogik Maria Montessoris lernen die Kinder auch im Rahmen des Mittagessens selbsttätig und selbstständig zu handeln.
In der hauseigenen Küche wird nicht für nur die Hortgruppen, sondern derzeit mit insgesamt circa 370 Essen auch noch für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung, sowie zwei Kindergärten und eine Kinderkrippe gekocht.
Da die Räumlichkeiten und Küchenausstattung im Haus zu klein sind und die Essenszahlen langfristig steigen werden, übernimmt ab 2019 ein externer Dienstleister die Verpflegung.

Herausforderungen und Ziele

  • Für die Küche im pädagogischen Zentrum gilt es täglich die Aufgabe zu meistern, Kinder im Alter von 0 bis 16 Jahre zu verpflegen und die jeweiligen Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersstufen zu befriedigen. Dabei sollen sowohl ökologische und soziale Aspekte, als auch wirtschaftliche Aspekte einbezogen werden.
  • Den vielfältigen Anforderungen der unterschiedlichen Altersstufen gerecht zu werden ist eine Gratwanderung.
    • Für Kleinkinder sollen die Speisen gut kaubar und mild gewürzt sein.
    • Kindergartenkinder möchten das Essen möglichst selbstständig einnehmen.
    • Für Jugendliche müssen die Speisen zudem cool und angesagt sein.

Ergebnisse

  • Nach der Überprüfung der Mittagsverpflegung mithilfe des Speiseplan-Checks konnte ein kleiner Verbesserungsbedarf festgestellt werden. Es finden sich nun vermehrt Vollkornprodukte wie Vollkornnudeln und Vollkornbaguette im Speiseplan.
  • Highlight für die Kinder sind Gerichte, die sie sich selbst zusammenstellen können, wie Wraps oder Hamburger, die jetzt neu in den Speiseplan aufgenommen wurden. Damit sich das Lieblingsessen der Kinder gut in den Speiseplan einfügt, soll es in einer vegetarischen Version mit Grünkernbratling oder als Fischburger angeboten werden. Das Essensgremium arbeitet daran, den Fleischanteil insgesamt zu reduzieren.
  • Eine große Rolle spielt im ganzen Pädagogischen Zentrum die Nachhaltigkeit. Auch der neue Speisenanbieter steht für Regionalität und Saisonalität ein. Gemeinsam wird auch noch in Zukunft vermehrt an einer nachhaltigeren Verpflegung gearbeitet.
"Toll am Coaching war, dass man persönlich und individuell vor Ort betreut wird. Praxisnahe Anregungen haben gezeigt, dass es manchmal nur kleine Schrauben sind, an denen gedreht werden muss, um etwas zu verbessern."
Verpflegungsbeauftragte

Kindergarten St. Michael, Pietenfeld

Logo und Schriftzug Kinderhaus St Michael Pietenfeld
Kindergarten St. Michael Pietenfeld
Das Kinderhaus St. Michael in Pietenfeld wurde 2018 um einen Anbau mit einer Kinderkrippe und einem neuen Kinderbistro erweitert. Von den circa 70 Kindern essen bis zu 35 Kinder gemeinsam in der Einrichtung.
In einer offenen Küchenzeile werden die Tiefkühl-Speisenkomponenten zubereitet und frisches Obst und Gemüse als Rohkost ergänzt. Die eigens eingestellte Hauswirtschafterin bereitet das Essen vor, unterstützt das pädagogische Personal während der Mittagsmahlzeit und bringt das Bistro im Anschluss wieder in Ordnung.

Herausforderungen und Ziele

  • Das Kinderhaus St. Michael möchte der Mittagsmahlzeit sowohl im ernährungsphysiologischen als auch im pädagogischen Sinne einen hohen Stellenwert einräumen.
  • Für alle Beteiligten ist die aktuelle Essenssituation in den neuen Räumlichkeiten noch etwas ungewohnt. Um das Mittagessen als pädagogisch wertvolle Zeit zu gestalten, möchte das Kinderhaus St. Michael die Abläufe im neugebauten Bistro sinnvoll einspielen und den Kindern mehr Ruhe und Sicherheit geben.
  • Der Speiseplan soll gesund gestaltet und auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sein.

Lösungswege und Ergebnisse

  • Einfache Maßnahmen verbessern die Essenssituation im Kinderbistro. So gelingt es dem Personal, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Kinder wohlfühlen und gerne essen.
    • Ein zusätzlicher Tisch schafft mehr Platz für die Kindergartenkinder.
    • Zwischen den Essenszeiten der Krippe und des Kindergartens wurden 15 Minuten als "Puffer" eingeplant.
    • Die Kinder beteiligen sich aktiv: Sie decken die Tische, portionieren sich die Speisen selbst auf ihren Teller und räumen das Geschirr nach dem Essen selbstständig ab.
  • Nachdem der Speiseplan-Check auf Basis der Empfehlungen der DGE das Optimierungspotenzial der Mittagsverpflegung aufgezeigt hat, wurde das Angebot an Seefisch, Vollkornprodukten und Gemüse verbessert und neue Gerichte ausprobiert. Beim täglichen Obst- oder Gemüserohkostteller greifen die Kinder gerne zu. Auch Vollkornprodukte kommen als Semmeln vom örtlichen Bäckermobil oder als Vollkornnudeln und -reis gut an.
  • Besonderen Fokus legt die Einrichtung auf die Ernährungsbildung und auf regionale Lebensmittelherkunft. Eine Pädagogin kocht regelmäßig mit den Kindern, die Vorschulkinder lassen Saft aus den selbst gesammelten Äpfeln keltern und im „Naschgarten“ können die Kinder Tomaten beim Wachsen beobachten.
  • An einem Elternabend konnten interessierte Eltern mehr über das Verpflegungskonzept, die pädagogische Gestaltung der Mahlzeiten, den Speisenanbieter und die Lebensmittelauswahl erfahren.
"Der Speiseplan-Check ist ein gutes Hilfsmittel um einen Überblick zu bekommen und das Verbesserungspotenzial des Speiseplans aufzuzeigen. Zudem gehen wir bewusster mit Lebensmitteln um, wir vermeiden Lebensmittelreste und gestalten unseren Einkauf nachhaltiger. Wir können das Coaching jeder Kita weiterempfehlen."
Verpflegungsbeauftragte
"Für uns war es ein sinnvoller Zeitpunkt für das Coaching. Nun können wir viel selbstbewusster mit dem Thema Ernährung umgehen."
Kinderhausleitung

Ansprechpartnerinnen

Gisela Schaelow
AELF Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 8a
82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141 3223-340
Fax: 08141/3223-555
E-Mail: poststelle@aelf-ff.bayern.de
Katharina Schwab
AELF Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 8a
82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141 3223-341
Fax: 08141/3223-555
E-Mail: poststelle@aelf-ff.bayern.de

Rückblick

Teilnehmende Kitas 2017/2018

Die Kitas wurden von September 2017 bis Juli 2018 von einer Ernährungsfachkraft individuell gecoacht.

Caritas Kinderkrippe Storchennest, Vierkirchen

Logo Caritas Kinderkrippe Storchennest Vierkirchen
Die Kinderkrippe Storchennest betreut 40 Kinder im Alter von 6 Monaten bis zum Übertritt in den Kindergarten, aufgeteilt auf eine Freilandgruppe und drei Gruppen im Haus. Die Einrichtung verfügt über eine eigene Küche, in der eine Hauswirtschaftskraft täglich frisch kocht. Neben dem warmen Mittagessen bereitet sie ein Frühstück und eine Nachmittagsbrotzeit zu. Dabei wird Wert auf eine schonende, kleinkindgerechte Zubereitung der Speisen und die Verwendung hochwertiger, größtenteils biologischer Lebensmittel gelegt.
Die Kinderkrippe Storchennest wünscht sich für das Coaching Tipps für die Erleichterung der Küchenabläufe, da die Verarbeitung der Rohprodukte viel Zeit in Anspruch nimmt. Zudem möchte die Einrichtung auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder eingehen und neue Anregungen in den Speiseplan einfließen lassen.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Vermehrtes Angebot von Vollkornprodukten sowie Gerichten mit fettreichem Seefisch (14-tägig)
  • Arbeitspensum verringern, gleichzeitig Arbeitsergebnis erhalten (Frischküche ohne Convenienceprodukte) sowie Stressfaktor für die Hauswirtschaftskraft mindern
Lösungswege und Ergebnisse:
Mithilfe des Speiseplan-Checks wurde das Mittagsangebot nach Vorgaben der DGE optimiert. Vollkornprodukte schmecken den Krippenkindern in Form von Kochdinkel, Naturreis oder als Dinkelvollkornmehlanteil in selbst hergestellten Teigwaren wie Spätzle oder Pfannkuchen. An fettreichem Seefisch ist in der Krippe wegen Verschluckungsgefahr der Gräten ausschließlich der Lachs (Gräten leicht erkennbar und groß), den die Kinder als Lachs-Lasagne gerne essen.
Um die Arbeitsbelastung der engagierten Hauswirtschaftskraft in der vorgegebenen Stundenkapazität etwas abzumindern, aber weiterhin so viel wie möglich selbst frisch herzustellen und zu kochen, wird nach einer Hilfskraft zur Unterstützung gesucht. Da aufgrund formaler Voraussetzungen keine Praktikantin einer Berufsfachschule für Hauswirtschaft aus München beschäftigt werden kann, müssen Alternativen gefunden werden.
Mit der neu angeschafften Küchenmaschine lassen sich Hobel- und Raspelarbeiten von Obst und Gemüse effizienter gestalten (z. B. für Kartoffelrösti, Apfelstrudel,...). Auch an der Öffentlichkeitsarbeit wurde gearbeitet, um den Eltern den hohen Standard der Verpflegung in der Kinderkrippe zu zeigen/transparent zu machen. Dafür haben Vertreter des Elternbeirats und die Hauswirtschaftskraft das Verpflegungskonzept, das Coaching und die Lebensmittellieferanten beim Tag der offenen Tür und beim Elternabend vorgestellt.
"Ich war überwältigt, wie groß das Interesse am Elternabend zum Thema Verpflegung war. Das Feedback der Eltern war sehr gut!", Köchin und Verpflegungsbeauftragte.

AWO Kinderhaus Spatzennest, Dachau

AWO Kinderhaus Spatzennest Dachau
Das AWO Kinderhaus Spatzennest in Dachau betreut 104 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zur Schulreife. Die 26 Krippen- und 78 Kindergartenkinder des Kinderhaus erhalten täglich ein warmes Mittagessen, das aus der Kindermenü-Linie eines regionalen Caterers angeboten wird.
Gemeinsam mit den Kindergartenkindern treffen die Erzieher die Speisenauswahl für die jeweilige Woche, in der Krippe werden die Speisen durch das Betreuungspersonal ausgesucht.
Mit Hilfe des Coachings möchte das Kinderhaus mit dem Caterer den Speiseplan so verbessern, dass die unterschiedlichen Altersstufen optimal versorgt und abwechslungsreiche Speisenkomponenten besser auf das Alter der Kinder abgestimmt werden.
Optisch ansprechende, schmackhafte und altersentsprechend gewürzte Speisen sollen die Sinne der Kinder anregen und die familiäre Atmosphäre beim Essen bereichern und abrunden.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE durch den Caterer:
    Vermehrtes Angebot von Gerichten mit nachhaltig gefangenem, fettreichem Seefisch trotz höherer Preise
  • Anpassen des Speiseplans an Alter und Fertigkeiten der Kinder: Sowohl bei der Auswahl der Speisekomponenten durch die Kita als auch bei der kindgerechten Zubereitung des Caterers
  • Einbinden der Kinder in die Tischkultur: Tischdeckdienste und selbst schöpfen
  • Kommunikation zwischen Einrichtung und Caterer durch geregeltes Feedbacksystem verbessern
Das Mittagessen im Kinderhaus SpatzennestZoombild vorhanden

© AWO Kinderhaus Spatzennest

Lösungswege und Ergebnisse
Die Einrichtung und der Speisenanbieter arbeiten nach Besuch des Workshops "Speiseplan-Check" gemeinsam an der Optimierung: Der Caterer, der während des Coaching-Jahres auch mit der DGE-FitKid-Zertifizierung ausgezeichnet wurde, bietet jeden Tag zwei verschiedene Hauptgerichte, einen Salat, eine Suppe, ein Gemüse und ein Dessert zur freien Zusammenstellung an, wobei die DGE-Empfehlung symbolisch gekennzeichnet ist. Die Kita achtet bei der Bestellung fortan auf den Menüvorschlag des Speisenanbieters und gibt am Ende der Woche konstruktives Feedback zu Portionsgrößen, Akzeptanz der Kinder, Würzung, Geschmack oder Aussehen der Speisen.
Bei der pädagogischen Betreuung der Mahlzeiten möchte das Kinderhaus die Kinder stärker in die Situation einbinden und sie mehr an Tischdiensten beteiligen. Partizipation soll auch während des Essens gelebt werden: Die Kinder sollen sich innerhalb der Tischgemeinschaften selbst aus einer großen Schüssel auf ihren eigenen Teller schöpfen dürfen. So entfällt das Abholen der Speisen an der "Ausgabe" und die Erzieherinnen haben gleichzeitig die Möglichkeit, sich gemeinsam mit den Kindern an den Tisch zu setzen und den sog. Pädagogischen Happen einzunehmen. Die Essenssituation ist somit ruhiger und zugleich familiärer, weil die Pädagogen am Tisch auf Tischtischregeln und -kultur achten können. Die Leitgedanken, die hinter dem Verpflegungskonzept stehen, wurden schriftlich festgehalten und in der pädagogischen Konzeption verankert.
"Das wöchentliche Feedback des Kinderhauses zum Speiseplan ist Gold wert", Küchenleiter.
"Das Coaching hat uns hilfreichen Input gegeben. Wir schauen bei der Speisebestellung jetzt genauer hin", Verpflegungsbeauftragte.
"Die Zusammenarbeit mit dem Speisenanbieter wurde intensiviert. Das ist uns gut gelungen", Kinderhausleitung.

Kindertagesstätte St. Ludwig, Karlshuld

Kindertagesstaette St. Ludwig Karlshuld
Die Kindertagesstätte St. Ludwig in Karlshuld besteht aus sieben Kindergarten-, sechs Krippen- und zwei Hortgruppen, die sich auf vier Häuser verteilen.
Die Speisen werden von einem Anbieter, der eine spezielle kindgerechte Linie bietet, tiefgekühlt angeliefert. Für die tägliche Mittagsverpflegung werden die Gerichte von Küchenkräften in einer kleinen Verteilerküche auf den Punkt ihres Bedarfs genau regeneriert und zu den jeweiligen Essenszeiten in die verschiedenen Häuser gebracht. Zusätzlich wird eine Ganztagsklasse der benachbarten Schule beliefert, sodass täglich ca. 230 Essen ausgegeben werden. Da die kleine Verteilerküche ursprünglich nur für sechs Krippengruppen ausgelegt war, ist diese an der oberen Grenze ihrer Kapazität. Abhilfe soll ab Ende 2018 ein Neubau mit Erweiterung der Kita und voll ausgestatteter Küche schaffen.
Als Ziel des Coachings möchte die Kita ihren Speiseplan unter Beachtung der Qualitätsstandards der DGE ausgewogen und gesund gestalten. Durch den Umzug in eine, der Essenszahl entsprechende Küche werden weitere Vorhaben umsetzbar, wie zum Beispiel getrennte Speisepläne für Kindergarten, Krippe und Hort, die speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Altersstufe angepasst sind.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Einbauen von Gerichten mit fettreichem Seefisch 14-tägig, mehr Gerichte mit Vollkornprodukten; anfangs auch durch Mischen von Weißmehl- und Vollkornprodukten
  • Versorgung der Kinder mit frischen Produkten bei alleiniger TK-Verpflegung im Rahmen der zurzeit sehr begrenzten Möglichkeiten der Verteilerküche
Infotafel

Infotafel zur Verpflegung im Eingangsbereich

Lösungswege und Ergebnisse
Nach dem Besuch des Workshops Speiseplan-Check durch die Verpflegungsbeauftragte und die Küchenkräfte wurde der Speiseplan auf einen vereinfachten, rotierenden 8-Wochenplan umgestellt und Stück für Stück nach den Empfehlungen der DGE optimiert. Dazu gehört zum aktuellen Zeitpunkt die Einführung von Speisen mit fettreichem Seefisch, der den Kindern in Form von Lachs mit Soße oder Fischnockerl serviert wird, sowie Vollkornprodukte wie Naturreis oder Vollkornnudeln, Obst und Gemüse-Smoothies.
Langfristig gesehen soll auch die Vorgabe für Rohkost erreicht werden. Aufgrund der beschränkten räumlichen und zeitlichen Kapazitäten wird dies erst nach Fertigstellung des neuen Erweiterungsbaus der Kindertagesstätte in der neuen Verteilerküche der Fall sein.
Dem Träger, der Gemeinde Karlshuld, ist es wichtig, die Kinder in Kindertagesstätte (Krippe, Kindergarten und Hort) und benachbarter Schule mit gesundheitsförderlichen, qualitativ hochwertigen Speisen zu versorgen. Um diesen Qualitätsanspruch einzuhalten, setzt die Gemeinde entsprechend ihrer Möglichkeiten auf die Verpflegung mit Tiefkühl-Menükomponenten und kann so eine größtmögliche Flexibilität im Hinblick auf punktgenaue Produktion ohne lange Standzeiten und genaue Kalkulation der Mengen zur Minimierung von Lebensmittelabfällen gewährleisten.
Durch Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit können sich alle Beteiligten selbst ein Bild von der Qualität der Speisen machen. Auch der Hersteller der TK-Menüs steht in enger Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte. Analog zur pädagogischen Konzeption wurde ein Verpflegungsleitbild erstellt, das die organisatorische und pädagogische Gestaltung der Mittagsverpflegung als Bildungsort beschreibt.
"Ich fand es gut, dass wir als Eltern mitwirken durften und viele unserer Anregungen umgesetzt wurden", Elternvertreterin.
"Wir konnten viel aus dem Coaching mitnehmen. Ich glaube, dass wir auch in Zukunft noch lange davon profitieren können", Verpflegungsbeauftragte.
"Das Coaching war positiv für die Kommunikation, den Austausch und war eine qualitative Aufwertung der Verpflegung", Träger.
"Eine gesunde Ernährung von klein auf ist ein wichtiger Grundstein für ein langes und gesundes Leben", Träger.

Städtische Kita Mariengarten, Ingolstadt

Logo Kita Mariengarten Ingolstadt
Die städtische Kita Mariengarten in Ingolstadt bietet Platz für ca. 50 Krippen- und 85 Kindergartenkinder, aufgeteilt auf jeweils 4 Gruppen. Ein Speisenanbieter liefert kindgerecht zubereitete, tiefgekühlte Speisen, die von den Küchenkräften der Kita aufbereitet und täglich durch frische Komponenten wie Rohkost, Salat, Obst und Milchprodukte ergänzt werden. Nach Vorgabe des Trägers, der Stadt Ingolstadt, wird bei den Zutaten großer Wert auf hochwertige Produkte und einen Bioanteil von mindestens 50 Prozent gelegt. Den Kindergartenkindern stehen eigens dafür eingerichtete Speiseräume zur Verfügung.
Während des Coachings Kitaverpflegung möchte die Kita ihr Verpflegungsangebot optimieren. Dazu gehören die Gestaltung des Speiseplans nach den Vorgaben der DGE, das Berücksichtigen der unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und mehr Transparenz zum Thema Mittagsverpflegung für die Eltern. Zudem sollen die ökonomischen Aspekte der Mittagsverpflegung betrachtet werden.

Herausforderungen

  • Optimierung des Speiseplans durch Ergänzen von Gerichten mit fettreichem Seefisch und Erhöhen der Häufigkeit für Gerichte mit Vollkornprodukten
  • Erhöhung der Vielfalt bei Rohkostkomponenten in Form von Salaten, Rohkost- und Obstvariationen
  • Erhöhung der Wertschätzung für die Verpflegungsleistung durch Elternabende mit dem Speisenanbieter
  • Mehr Preis- und Qualitätstransparenz für Eltern und Träger
Drei Kinder vor EssensausgabeZoombild vorhanden

© Rössle/Stadt Ingolstadt

Lösungswege und Ergebnisse
Nachdem das Essensgremium, bestehend aus Einrichtungsleitung, Träger- und Elternvertreterin, am Workshop Speiseplan-Check teilgenommen haben, wurde ein rotierender 12-Wochenplan erstellt. Durch das neu eingeführte Angebot an fettreichem Seefisch (z. B. als Lachs in Soße, Spinat-Lachs-Nudeln), Vollkornprodukten (z. B. Vollkornbrötchen, Naturreis und Vollkornnudeln) und die Ergänzung durch frische Obst- und Gemüsevariationen werden die Empfehlungen der DGE vollständig erfüllt. Dabei achtet die Kita gemäß den Vorgaben des Trägers darauf, mindestens 50 % der Lebensmittel in Bio-Qualität zu beziehen.
Als städtische Einrichtung möchte das Essensgremium im Coaching Kitaverpflegung zeigen, wie gut sich die Verpflegung mit einem Tiefkühlsystem mit qualitativ hochwertigen, akzeptierten und gesunden Speisen umsetzen lässt und damit ein Vorbild für die weiteren Einrichtungen des Trägers sein.
Deutlich wird dieser Qualitätsanspruch auch bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die neu gestaltete Homepage beinhaltet die organisatorischen Rahmenbedingungen der Mahlzeiten und das pädagogische Verpflegungsleitbild der Stadt, beim Tag der offenen Tür stellte die städtische Kita Mariengarten ihr Verpflegungskonzept vor, "neuen" Eltern wird dieses bei einem Elternabend mit Probeessen näher gebracht und in der örtlichen Presse erschienen mehrere Artikel über die Erfolge des Coachings Kitaverpflegung.
Vier Kinderhände legen ausgeschnittene Smileys abZoombild vorhanden

© Städt. Kita Mariengarten

Um auch die Kinder an den Prozessen teilhaben zu lassen, dürfen diese jede Speise(-nkomponente) mit Smileys bewerten. So lassen sich die Lieblingsgerichte der Kinder schnell identifizieren und sich der Speiseplan entsprechend anpassen.
Fotografien der neu eingeführten Rohkost- und Obstvariationen ergänzen den bebilderten Speiseplan der warmen Hauptgerichte.
"Durch den Speiseplan-Check Workshop geht man mit einem geschulten Auge an die Essensplanung heran. Das Essensgremium war eine gute Gruppe, weil jeder Bereich vertreten war", Kita-Leitung und Verpflegungsbeauftragte.
"Es ist schön, dass man bei Fragen immer einen kompetenten Ansprechpartner hat", Träger.

Kindergarten Zick-Zack, Puchheim

Logo ZickZack Puchheim
Der Kindergarten ZickZack des Puchheimer Kinderreich e.V. eröffnete im Januar 2016. Er ist nach einem offenen Konzept gestaltet: Allen Räumen ist eine bestimmte Funktion zugeordnet – so auch dem eigenen Kinderbistro mit angeschlossener Küche und großer Durchreiche. Das Essen liefert eine Schulmensa warm an. Der Kindergarten bietet Platz für 65 Kinder, mehr als die Hälfte davon mit Migrationshintergrund. Deshalb ist es dem Träger wichtig, ein Verpflegungskonzept zu entwickeln, das auf die vielfältige Esskultur der Kinder und Familien abgestimmt ist. Zudem ist dem Kindergarten bewusst, dass die Verpflegung der Kinder neben dem Versorgungsauftrag einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllt.
Der Kindergarten möchte im Rahmen des Coachings den Speiseplan der Mittagsverpflegung gemeinsam mit dem Caterer optimieren und die Organisation der Abläufe im Kinderbistro verbessern. Daneben fasst die Einrichtung eine Ausweitung des Frühstücksangebots von derzeit einem Tag auf fünf Tage in der Woche ins Auge.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE durch den Caterer:
    Vermehrtes Angebot von Vollkornprodukten sowie Gerichten mit nachhaltig gefangenem, fettreichem Seefisch trotz höherer Preise
  • Erhöhung des Gemüse- und Rohkostanteils durch tägliche Gemüsekomponente im Speiseplan
  • Anpassung des Verpflegungskonzepts an die kulturelle Vielfalt der Kinder
  • Verbesserung der Frühstückssituation um eine ausgewogene und gesundheitsförderliche Verpflegung der Kinder sicher zu stellen
Lösungswege und Ergebnisse
Eine harmonische und befruchtende Zusammenarbeit mit dem Speisenanbieter bildet die Basis, um den Kindern die Vielfalt an Lebensmitteln näher zu bringen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen der DGE arbeitet der Caterer die Verbesserungen zu Fisch, Gemüse und Vollkorn in den Speiseplan ein. Die vier saisonalen 6-Wochenpläne, die zweimal pro Jahreszeit rotieren, beinhalten sowohl altbekannte als auch bunte neue Gerichte. Dabei ist sofort erkennbar, dass bei der Speisenplanung großen Wert auf regionale Lebensmittel und deren frische Verarbeitung gelegt wird.
Nicht nur hinsichtlich der kulturellen Vielfalt der Kinder ist Akzeptanz ein zentrales Thema im Kindergarten. Auch beim Essen wird verstärkt darauf Wert gelegt, dass die Kinder auch neue, unbekannte Speisen probieren und sich so Stück für Stück an die Geschmäcker gewöhnen. Auch die Vollkornnudeln werden nun mit Begeisterung von den Kindern gegessen.
Um dieses schlüssige Gesamtkonzept festzuhalten, ist der Kindergarten gerade dabei, ein Verpflegungsleitbild auszuarbeiten, das die Wichtigkeit gemeinsam eingenommener Mahlzeiten als pädagogisch wertvolle Zeit für jegliche Bildungsbereiche verdeutlicht.
Neben dem Mittagessen bestand auch beim Frühstück, das die Kinder bisher als Brotzeit von Zuhause mitgebracht haben, Handlungsbedarf. Ab Juli 2018 wird jeden Tag ein ausgewogenes und gesundheitsförderliches Frühstück in der Einrichtung angeboten, das abwechselnd von Kindergarten und Speisenanbieter zubereitet wird.
Küchenleiter: "Durch die intensive Zusammenarbeit wurden uns die Augen für die andere Seite geöffnet. Wir als Küche werden weiterhin daran arbeiten, die Qualität der Speisen zu verbessern, weil wir immer Luft nach oben sehen."
"Wir sind im Essensgremium näher zusammengerückt. Die Ernährung stellt im Kindergarten insgesamt ein größeres Thema dar, als wir bei der Eröffnung angenommen haben", Verpflegungsbeauftragte.
"Durch das Coaching sind wir ein großes Stück weiter gekommen", Kindergartenleitung.

Haus für Kinder Arche Noah, Petershausen

Bild Evang.-Luth. Haus für Kinder Arche Noah Petershausen
Das Evang.-Luth. Haus für Kinder Arche Noah Petershausen bietet Platz für 100 Kindergarten- und 50 Hortkinder. In der hausinternen Küche wird bereits seit 20 Jahren frisch gekocht. Eine Köchin verpflegt die ca. 90 Essensteilnehmer., sie übernimmt von der Speisenplanung über den Einkauf bis hin zur Zubereitung alle Aufgaben. Ein Speisenangebot nach dem Motto "Lecker! Vitaminreich! Bezahlbar!" ist der Einrichtung sehr wichtig.
Ziel des Coachings ist, den Speiseplan weiter zu verbessern. Augenmerk möchte die Einrichtung auf die Akzeptanz gesunder Speisen sowie abwechslungsreiche Gerichten, die ins Arbeitspensum der Köchin passen, legen.

Herausforderungen

  • Gestaltung des Speiseplans nach Kriterien der DGE:
    Mehr Vollkornprodukte; bessere Akzeptanz durch stückweises Erweitern des Vollkornanteils bei der Mischung mit weißen Nudeln im Laufe des Kindergartenjahrs
  • Optimierung der Einkaufsorganisation
  • Einbindung der Kinder im Rahmen von Tischdiensten und pädagogischen Aktionen zum Thema Ernährung
Lösungswege und Ergebnisse
Nach erfolgtem Speiseplan-Check hat die Köchin des Haus für Kinder den Speiseplan optimiert. Vollkornprodukte werden in Form von Vollkornnudeln, Vollkornbrot oder Haferflocken angeboten. Alle zwei Wochen gibt es fettreichen Seefisch, z. B. als Lachsnudeln.
Um die Partizipation der Kinder zu fördern, wurden im ersten Schritt kindgerechte Wasserkrüge angeschafft. Daraus kann sich jedes Kind selbst Wasser in das Glas einschenken. Auch die Speisen sollen sich die Kinder in Zukunft innerhalb der Tischgemeinschaft selbst aus Schüsseln schöpfen dürfen. Dafür ist die Anschaffung von großen Schüsseln notwendig.
Zudem werden die Kinder mehr in Tischdienste, wie zum Beispiel Tischdecken, eingebunden. Mit allen Sinnen erlebbar wurde das Mittagessen durch einen Thementisch, auf dem alle Zutaten und Lebensmittel für ein Gericht aufgebaut waren. Wo die Lebensmittel her kommen, lernen die Kinder der Arche Noah auch. Die Einrichtung bewirtschaftet Gemüsekulturen und hat dieses Projekt um zwei neue Hochbeete ausgebaut.
Um diese vielfältige Arbeit mit den Kindern transparent zu machen, wird das Verpflegungsleitbild in der pädagogischen Konzeption festgehalten.
Ein Lieferservice, der den Einkauf der Einrichtung erleichtert, konnte noch nicht gefunden werden. Die Einrichtung testet jedoch weitere Möglichkeiten, die das Personal entlasten sollen.
"Wir haben uns bei Ihnen gut aufgehoben gefühlt und haben das Coaching auch schon an benachbarte Einrichtungen weiterempfohlen!", Verpflegungsbeauftragte.
"Es ist immer gut, wenn man neue Impulse bekommt und sich dadurch verbessern kann", Köchin.