Forstlicher Wettbewerb 2022

Blick auf den Jexhof

Am 04. April fand am Bauernhofmuseum Jexhof in Schöngeising der Regionalentscheid des Forstlichen Wettbewerbs 2022 statt. 48 Landwirtschaftslehrlinge von Ausbildungsbetrieben in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg wurden im sicheren Umgang mit der Motorsäge, in der korrekten Pflanzung von jungen Waldbäumen und zu ihrem forstlichen Fachwissen getestet.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürstenfeldbruck organisierte den im zweijährigen Turnus stattfindenden Wettbewerb mit der Unterstützung der Forstwirtschaftsmeister vom AELF Ebersberg und den Waldbesitzervereinigungen Landsberg, Fürstenfeldbruck und Dachau.

Schnell und präzise
An der Motorsäge stellten die Lehrlinge ihr Können in drei verschiedenen Disziplinen unter Beweis. Besondere Genauigkeit war beim Präzisionsschnitt gefragt. „Hier gilt es, in kurzer Zeit mit einem Stechschnitt eine möglichst gerade Scheibe vom Stamm abzutrennen, und das, ohne das untergelegte Brett zu berühren“, erklärt Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forsten am AELF Fürstenfeldbruck. Auch beim Kombinationsschnitt, der in der Praxis angewendet wird, wenn ein liegender Baum unter Spannung steht, war eine möglichst gerade Stammscheibe das Ziel.

Etwas mehr Zeit hatten die Teilnehmer bei der Anlage des Fallkerbs mit Fällschnitt. Diese Disziplin simuliert die klassische Fällung eines Baumes. Ein Fallkerb sollte so angelegt werden, dass der Stamm möglichst exakt in die vorgegebene Richtung fällt. Die Prüfer überprüften dies mit einer aufgespannten Schnur. Vor dem endgültigen Fällschnitt durften die Lehrlinge zudem den Achtungsruf nicht vergessen. Generell stand bei allen Aufgaben die Einhaltung der Arbeitssicherheit im Vordergrund.

Nachhaltig denken und handeln
„Um nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben, müssen nicht nur Bäume gefällt, sondern auch wieder neue gepflanzt werden“, betonte Warsönke. Deshalb bestand eine der Aufgaben, die die jungen Landwirte bewältigen mussten, darin, fünf Buchen auf einer möglichst geraden Linie und im Abstand von 1,5 Metern zu pflanzen. Neben der ergonomischen Verwendung der Pflanzwerkzeuge achteten die Prüfer vor allem auf die richtige Pflanztiefe, das Verfüllen des Pflanzloches oder eine mögliche Wurzelstauchung.
Nicht nur der praktische Umgang mit Motorsäge und Hohlspaten standen auf dem Programm, auch das Fachwissen über die Arbeit im Wald wurde abgefragt. So mussten die Auszubildenden neben Fragen zur Arbeitssicherheit zum Beispiel auch beantworten, welche Baumarten im Klimawandel als besonders zukunftsfähig gelten oder wieviel Ster ein Festmeter Brennholz ergibt. Anhand von Fotos sollten sie Bäume identifizieren und an Fraßbildern erkennen, welche Schädlinge da am Werk waren.
Auszeichnung der Bestplatzierten
Im Anschluss an den Wettbewerb überreichte Warsönke jedem Teilnehmer eine Urkunde mit seiner Punktzahl. Mit 326 von 350 möglichen Punkten belegte Alexander Zettl (Mitte) aus Graßlfing (Lkr. Fürstenfeldbruck) den ersten Platz, Dominik Kees (re.) aus Ingenried (Lkr. Weilheim Schongau) erreichte mit 321 Punkten den zweiten und Rudolf Stefan Kerle aus Wollomoos (Lkr. Dachau) mit 317 Punkten den dritten Platz.

Die Waldbauernvereinigungen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg sowie die Unternehmen Andreas Stihl AG & Co. KG Waiblingen, Alfons Niedermair aus Germering und Anton Neumaier aus Olching spendierten verschiedene Sachpreise, aus denen sich die Bestplatzierten Schutzkleidung und Gerätschaften für die praktische Waldarbeit aussuchen durften.