Bildung
Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck, Abteilung Landwirtschaft

Die Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck vermittelt angehenden Unternehmern Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung. In der umwelt- und tiergerechten Produktions- und Verfahrenstechnik vertieft sie vorhandenes Wissen.
Fachliche Schwerpunkte in Fürstenfeldbruck liegen im pflanzlichen Bereich auf Marktfurcht- sowie Futterbau und Grünland. Im tierischen Bereich liegt der Schwerpunkt bei Milchviehhaltung und Rindermast.
Schule mit Tradition
Die Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck hat Tradition. Sie wurde im Jahr 1922 gegründet. Zehn Jahre lang war die Einrichtung im Lazarettflügel der Unteroffiziersschule im Kloster Fürstenfeld untergebracht, anschließend in der Aumühle. Im Jahr 1951 erfolgte der Umzug in das Schulgebäude an der Bismarckstraße und im Jahr 2011 nach Puch in die Abt. Thoma Straße.
Voraussetzungen

Aufnahmevoraussetzungen sind

  • ein Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Landwirtschaft sowie
  • zusätzlich ein Jahr einschlägige Berufspraxis.
Praxisjahr

Das sogenannte Praxisjahr ist dem Besuch der Landwirtschaftsschule vorgeschaltet und wird von den Lehrkräften der Landwirtschaftsschule betreut. Es dient dazu, Erfahrungen auf dem Betrieb zu sammeln und betriebseigene Daten und Unterlagen für den anstehenden Schulbesuch vorzubereiten. Dazu finden während des gesamten Jahres mehrere Veranstaltungen statt.

Ablauf und Abschluss

Die Ausbildung umfasst zwei fachtheoretische Wintersemester mit jeweils 20 Unterrichtswochen. Das Sommersemester umfasst einen schulischen und einen fachpraktischen Teil. Der schulische Teil besteht aus 15 Sommersemestertagen und einer Semesterarbeit. Der fachpraktische Teil wird unter Betreuung durch die Landwirtschaftsschule in einem landwirtschaftlichen Betrieb abgeleistet. Wer das dritte Semester besteht, darf die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Wirtschafter/Staatliche geprüfte Wirtschafterin für Landbau" führen.

Unterrichtsfächer
  • Landwirtschaftlicher Pflanzenbau
  • Landwirtschaftliche Tierhaltung
  • Betriebslehre
  • Unternehmensführung
  • Steuer- und Sozialrecht
  • Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
  • Seminar zu sozialer und religiöser Bildung
  • Landmaschinenseminar
  • Tiergesundheit und Tierschutz
  • Naturschutz- und Landschaftspflege
  • Waldwirtschaft mit Seminar Waldbau
  • Rechtslehre
  • Marktlehre und Agrarpolitik
  • Rhetorik, Gesprächsführung und Präsentation
Meisterprüfung

Studierende der Landwirtschaftsschule, die vor Schulbeginn eine mindestens einjährige Berufspraxis abgeleistet haben, können zusammen mit der Abschlussprüfung der Landwirtschaftsschule Teile der Meisterprüfung ablegen. Die weiteren Teile der Meisterprüfung werden im Anschluss an die Landwirtschaftsschule abgelegt.

Anmeldung

Das Schuljahr startet jeweils im Wintersemester. Anmeldung für den Besuch der Landwirtschaftsschule ist in der Regel ein Jahr vor dem gewünschten Schulstart nötig.

Aufnahmeantrag Landwirtschaftsschule (PDF) - Staatsministerium Externer Link

Die aktuellen Termine für die kommenden Semester:

22. März 2021 bis 15. Oktober 2021
Fachpraktisches (Sommer-)semester

Schulleben

Schuleröffnung 2019/20: Erstes Semester der Abteilung Landwirtschaft gestartet

Es war eine aufregende Woche Ende Oktober 2019 - mit glücklichem Ende: Durch eine Sonderzulassung konnten wir heuer ein erstes Semester auch mit nur 12 Studierenden eröffnen. Staatsministerin Michaela Kaniber hat entschieden, dass die beiden Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft, in Fürstenfeldbruck und in Erding eine Ausnahmegenehmigung für die Eröffnung eines ersten Semesters erhalten, obwohl die Mindestzahl von 16 Studierenden mit jeweils 12 nicht erreicht wurde.
Ausschlaggebend war zum einen, dass durch die kurzfristige Absage von Studierenden die übrigen Studierenden deutlichen Härten ausgesetzt würden. Auch möchte die Ministerin den jungen Menschen ein Zeichen der Solidarität in Fürstenfeldbruck und Erding geben.
"Vieles ist in diesem Jahr zusammengekommen: Das Volksbegehren, offene Fragen in der Tierhaltung, die Düngeverordnung. Wir können es nicht zulassen, dass sich unsere Junglandwirte entmutigt von den Höfen abwenden", erklärte die Ministerin.
Wir freuen uns sehr darüber und danken allen, die sich dafür so aktiv eingesetzt haben!
Der neue Lehrplan gilt seit September 2019 mit den folgenden Bildungszielen: Die Landwirtschaftsschule soll die Studierenden auf ihren Beruf als Unternehmer und Betriebsleiter in der Landwirtschaft vorbereiten sowie die Persönlichkeitsbildung fördern. Das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung von Erzeugern und Verbrauchern für eine nachhaltige Agrarwirtschaft soll gestärkt werden. Die Studierenden sollen darauf vorbereitet werden, Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen.

Studierende berichten

Im Rahmen ihrer Ausbildung an der Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck gehen die Studierenden mit ihren Lehrkräften immer wieder auf Exkursionen, um einen Einblick in die unterschiedlichsten Prozesse der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung zu erhalten.
Hier verschiedene Studierenden-Berichte:

Projekttag: Schüler erleben Landwirtschaft!

Zum dritten Mal führte die Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck den Tag "Schüler erleben Landwirtschaft" für Schüler der Mittelstufe eines Gymnasiums durch. Im Oktober 2019 war die 10. Klasse des Graf-Rasso Gymnasiums zu Gast auf dem Naturland-Betrieb des Studierenden Benedikt Reichlmayr in Kreuth bei Fürstenfeldbruck. Teams von je zwei bis drei Studierenden des zweiten Semesters der Landwirtschaftsschule erstellten eine Lernstation zu den einschlägigen Themen der Landwirtschaft mit Schwerpunkt Biodiversität auf einem Bauernhof und betreuten sie.
Pizza-Station
In Gruppen wanderten die Gymnasiasten von Lernstation zu Lernstation. Die größte Freude war die Ess-Station, an der die Landwirtschaftsschüler fleißig Essen frisch vorbereiteten: Pizza aus dem Pizzabackofen – und voilá - ein kurzweiliger, informativer und unvergesslicher Tag auf dem Bauernhof war geboren. Die Studierenden Andreas Vogt und Daniel Ettmüller hatten selber die Idee und setzten sie auch um.
Bedeutung der Würmer für den Boden
Bei der Lernstation Artenvielfalt und Ackerbau stellten die Studierenden den besten Mitarbeiter des Bauern vor: Herrn Wurm. Der Landwirt versucht das Bodenleben durch Zwischenfruchtanbau und eine schonende Bodenbearbeitung zu fördern. Häufigere Durchfahrten mit dem Grubber und verschiedenen Hackgeräten ersetzen die chemische Bearbeitung des Bodens. Ein Blühstreifen am Rande des Ackers wurde begutachtet. Anhand eines Quiz' aus dem Biodiversitäts-Rucksack des AELF ordneten die Schüler die Samen der Blühmischung jeweils den verschiedenen Blumenarten zu.
Schon gewusst?
In einem Spaten Erde befinden sich mehr Mikroorganismen als es Menschen auf der Erde gibt: Auf einem Hektar Fläche leben 10 Tonnen Würmer und andere Lebewesen, die einen lockeren, humosen Boden bewirken.
Gemüsebau
"Der Gemüsebau auf dem Familienbetrieb ist eine sehr arbeitsintensive Kultur, die nur durch den Direktverkauf ab Hof und auf dem Bauernmarkt einigermaßen vergütet wird", erklärte der Studierende Benedikt Reichlmayr. Die Gymnasiasten durften Tomaten ernten und schmecken, wie köstlich gut gereifte Früchte frisch von der Pflanze schmecken.
Der Eier-Code
"Was bedeutet der Eier-Code?", fragten Bernhard Neumüller und Alexander Schellmann an der Le Legehennen-Station. Die Herkunft des Eies nach Land, Bundesland und Betrieb als auch die Haltungsform ist auf dem Ei-Stempel abzulesen. Für jedes Huhn ist die vorgeschriebene Stallfläche pro Tier gleich groß, egal ob es 150 Hühner sind wie hier oder Tausende in großen Freilandbetrieben. Die Vorschrift ist immer die gleiche.
Da die Mutterkühe weit weg in den Amperauen grasen, haben die Studierenden Thomas Rother und Simon Stangl die Milchproduktion anhand von Schautafeln erklärt.
Photovoltaik-Anlage
Technikliebhaber sind Johannes Widmann und Andreas Sanktjohannser, die mit viel Sachverstand die Bedeutung und Funktion der Stromgewinnung durch die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erklärt haben. Je mehr Sonne, desto mehr Spannung entsteht zwischen den Elementen Silicium und Bor, umsomehr leitet das Aluminium, und es entsteht umso mehr Strom.
Gelungene Öffentlichkeitsarbeit
Am Ende des Vormittages gab es erschöpfte, aber glückliche Gesichter. Erschöpft, da die Studierenden ihre Station insgesamt fünf Mal vorstellen mussten, und glücklich, weil alles gut gelungen war. So ganz nebenbei wurden auch die Grünen Berufe und Studiengänge vorgestellt durch die beteiligten Personen und Lehrer. Allen wurde der Blick dafür geschärft, wie die Landwirtschaft unsere Kulturlandschaft erhält und prägt. Der Tag wurde zu einer bleibenden Erinnerung. Die Gymnasiasten haben Landwirtschaft als sympathisch und anspruchsvoll erlebt und die jungen Landwirte haben am eigenen Leib erfahren, dass Öffentlichkeitsarbeit gar nicht so schwer ist!

Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft
Schulleiterin: Marianne Heidner
AELF Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Str. 8 a
82256 Fürstenfeldbruck
Tel.: 08141 3223-0
E-Mail: poststelle@aelf-ff.bayern.de

Sachaufwandsträger

Landkreis Fürstenfeldbruck
Münchner Str. 32
82256 Fürstenfeldbruck
Internet: www.lra-ffb.de Externer Link