Rothschwaiger Forst
Waldumbau hilft Trinkwasserqualität sichern

Junge Buchen

Foto: Gero Brehm

Beim Waldumbau in widerstandsfähige Mischwälder spielt die Buche eine bedeutende Rolle. Weil Buchen hinsichtlich der Stickstoffumsetzung günstiger zu beurteilen sind als Fichten, ist der Waldumbau auch ein Beitrag für die Sicherung einer guten Trinkwasserqualität.

Der Rothschwaiger Forst ist ein ausgedehntes, weitgehend von Fichten geprägtes Waldgebiet im Westen der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Seit einigen Jahrzehnten wird der Waldumbau in naturnahe und klimatolerante Mischwälder betrieben. Dabei wird die Buche als Hauptbaumart der natürlichen Waldgesellschaft mehr als in der Vergangenheit eingebracht (1). In dem Wald befindet sich ein Wasserschutzgebiet zur Versorgung der nahegelegenen Stadt.

Wälder eignen sich grundsätzlich sehr gut für die Trinkwassergewinnung, weil dort auf Düngemittel zur Ertragssteigerung verzichtet und der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln möglichst vermieden wird (2). Allerdings leiden alle Wälder unter Verunreinigungen der Luft, wie sie in der Industrie, dem Straßenverkehr und der Landwirtschaft entstehen. Die Schadstoffe werden von den Bäumen ausgefiltert und gelangen zum Teil ins Grundwasser. Dabei ist der Stickstoff besonders kritisch zu beurteilen, weil aus gesundheitlichen Gründen ein bestimmter Grenzwert der Stickstoffverbindung Nitrat im Wasser nicht überschritten werden darf (50 mg Nitrat je Liter) (3).

In den Jahren 2003/04 hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft im Rothschwaiger Forst untersucht, welche Faktoren neben dem Stickstoff aus der Luft die Nitratbelastung des Grundwassers noch beeinflussen. Dabei wurde festgestellt, dass unter Buchenbeständen weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt als unter Fichten: Buchen filtern weniger Stickstoff aus der Luft als Fichten, sie verbrauchen mehr Stickstoff als Fichten und sie haben eine günstigere Humusform (4; 5). Somit leistet der Waldumbau, bei dem Fichtenwälder in Mischwälder mit höheren Laubholzanteilen überführt werden, letztlich auch einen Beitrag dafür, dass auch in Zukunft Trinkwasser mit hoher Qualität zur Verfügung steht.

Hinweis:

(Nummer in Klammer im Text verweisen auf Quellen und weitere Informationen.)

Quellen und weitere Informationen zum Thema:

(1)

Mehr zur Potentiellen natürliche Vegetation am Standort:

FIN-Web - Bayerisches Fachinformationssystem Naturschutz - Bayerisches Landesamt für Umwelt Externer Link

(2)

Mehr zur Bewirtschaftung von Wäldern im Bayerischen Waldgesetz

Art. 14 BayWaldG - Bayern.Recht der Bayerischen Staatskanzlei Externer Link

(4)

Nitrat im Trinkwasser aus einem bewaldeten Wassereinzugsgebiet - Wauer und Mößnang, Seite 48 - 50
Zu finden in:

LWF aktuell Nr. 67 - Neue Wege im Bodenschutz - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

(5)

Das Nitrataustragsrisiko in Bayerns Wäldern - Spangenberg, Faißt, Kölling und Mellert, Seite 9 - 14
Zu finden in:

LWF aktuell Nr. 34 - Stickstoff in Bayerns Wäldern - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link