Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2023

Forstministerin Michaela Kaniber verlieh Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung an. Im Amtsbereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürstenfeldbruck bewirtschaftet er rund 380 Hektar Waldfläche.

Seit vor über 30 Jahren Stürme seine fichtendominierten Waldbestände verwüsteten, betreibt Baron von Wiedersperg-Leonrod den Umbau seines rund 400 Hektar großen Waldbesitzes in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech. Sein Ziel: Sich selbst verjüngende klimaresistente Mischwälder.

„Ohne waldfreundliche Jagd ist Waldumbau nicht möglich“

Dabei stellt die waldfreundliche Jagd seiner Meinung nach die größte Herausforderung dar. Die treibt er mit kontinuierlichem Einsatz und Aufwand voran, wovon auch die umliegenden Waldbesitzer profitieren. Er ist zutiefst davon überzeugt, dass im Wald die Verjüngung aller Baumarten ohne Zaunschutz möglich sein muss – deshalb tritt er konsequent für waldverträgliche Wildbestände ein. „Dort, wo ich die Jagd selbst ausüben kann, also in meinem Eigenjagdrevier, komme ich ohne Zaun aus“, stellt der Preisträger fest. „Damit kann ich beweisen, dass alles da ist, alles kommen könnte, wenn man es lassen würde.“

Waldbewirtschaftung ist eine Daueraufgabe für alle Generationen

Auch von Wiedersperg-Leonrods Vater brachte bereits Mischbaumarten ein, darunter die Lärche, die im Flachland aber zunehmend auch mit Klimaproblemen zu kämpfen hat. Zudem wird sie, wie Douglasien und Tannen, oft durch Rehböcke verfegt. Sein Betriebsziel lautet, Zug um Zug die Fichte auf etwa ein Drittel zu reduzieren und den freiwerdenden Anteil mit Laubholzarten und Tannen aufzufüllen, um das Risiko von Ausfällen zu verringern. In der Naturverjüngung finden sich bereits rund zehn verschiedene Baumarten, weitere werden möglichst bereits unter Schirm gepflanzt. Um die Biodiversität zu steigern und vor allem, um Samen zu gewinnen und diese zu verbreiten ergänzt von Wiedersperg-Leonrod an den Wegrändern zudem seltene Arten – von Edelkastanie bis Wildbirne. Da er kein gelernter Forstwirt ist, nutzt seit Jahren die Beratung der Bayerischen Forstverwaltung, die er sehr schätzt. Der Bayerische Waldbesitzerverband unterstützt ihn zudem bei der Durchsetzung des für Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen so wichtigen Grundsatzes, waldangepasste Rehwildbestände herzustellen.

Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit gehören für ihn unbedingt dazu

Freiherrn von Wiedersperg-Leonrod liegt auch daran, dass die Gesellschaft die Bedeutung des Waldes erkennt. Er möchte eine im umfänglichen Sinne positive Waldgesinnung vermitteln – so wie er sie selbst hat. Dafür stellt er seine Waldflächen als Exkursionsziele oder auch für Ferienprogramme und Kindergärten zur Verfügung.

weitere Informationen

Eine Liste aller bayerischen Preisträger sowie Fotos von der Verleihung finden Sie unter:

StMELFT Externer Link

Umfassende Informationen zu den Angeboten der Bayerischen Forstverwaltung finden Sie auch im Internet unter:

Waldbesitzerportal